Im Gedächtnis bleibt uns auch der ganz besondere Charme und Spirit von Südafrika. Wir werden die Zeit und die Herzlichkeit, mit der die Menschen einem dort begegnen, wohl niemals vergessen. Die Sonne zeigt sich im GrohSommBosh Gebäude und steht auch für uns sinnbildlich für die sonnigen Menschen und die sonnige Stimmung. Ist man mit den MitarbeiterInnen einmal warm geworden, ist ihre Herzlichkeit wahnsinnig einnehmend. Fasziniert haben uns auch die gemeinsamen Gesänge und Tänze, die dort sicher einmalig sind. So konnten wir einige Südafrikanische Tanzschritte lernen und bekamen zum Abschied ein Lied gesungen, das uns tief berührt hat.
Erstaunt hat uns, dass wir in den zwei Monaten so schnell eine Beziehung zu so vielen Kindern aufbauen konnten. Wir haben unfassbar viel durch jedes einzelne Kind gelernt und es war schön zu sehen, wie man mit der Zeit die Sprache der einzelnen Kinder verstehen lernt. Wir haben zu jedem Kind auf seine Weise Kontakt aufnehmen und eine Beziehung aufbauen können und so auch Reaktionsweisen zunehmend besser verstanden.
Oft braucht es gar nicht viel: Einfach mal hinsetzen, ein Kind liebevoll in den Arm nehmen und schauen, worauf es reagiert und was dem Kind Spaß macht.
Ein Beispiel an Dingen, die wir gelernt haben und die bei uns stark im Gedächtnis bleiben, ist definitiv das Mädchen Nasipiwe. Als wir sie das erste Mal gesehen haben, kann man schon von Berührungsängsten sprechen. Nasipiwe hat zahlreiche Narben im Gesicht, ist blind, stumm und zeigt selbstverletztendes Verhalten. Es war schwer, einen Zugang zu ihr zu finden (dachten wir). Doch je näher man sie kennenlernt und sich ihr zuwendet, merkt man, dass sie Berührungen liebt, lacht, wenn man für sie ihr Lieblingslied singt, und den Kontakt genießt. Ebenso wie wir. Innerhalb kurzer Zeit haben wir alle Berührungsängste verloren und sie sehr lieben gelernt. Das hat uns auch gelehrt, wie sehr das äußere Erscheinungsbild die eigene Wahrnehmung beeinflussen kann. Am Ende nahmen wir sie trotz aller Narben und Wunden als liebenswert, süß und schön wahr. Und es gibt einem unglaublich viel zurück, wenn solch ein Mädchen anfängt zu lachen und ihren Kopf entspannt an die eigene Schulter schmiegt.